Blutegeltherapie
Diese Behandlungsform gehört zu den ältesten und traditionsreichsten in der Medizin. In der heutigen Zeit erleben die Blutegel ein Comeback, da die Wirkung ihres Speichels sehr geschätzt wird. Sie werden bei zahlreichen chronischen Krankheiten sowie in der Wiederherstellungschirurgie eingesetzt. Auch in der Tierwelt erhält der Blutegel immer mehr Akzeptanz. Das Geheimnis des Erfolges der Behandlung mit Blutegeln liegt im Speichelsekret der Tiere. Es enthält zahlreiche Substanzen mit heilsamer Wirkung, unter anderem Hirudin (gerinnungshemmend), Hyaluronidase (Steigerung der Gewebepermeabilität), Apyrase und Kollagenase (Hemmung der Blutplättchen Aggregation) und Egline (entzündungshemmend, antiseptisch). Inzwischen kennt man mehrere Wirkmechanismen der Blutegel:
• Die gerinnungshemmende Wirkung kann zu verbesserten Fliesseigenschaften des Blutes führen.
• Durch den Einfluss auf die Innenwand von Blutgefässen und auf bestimmte Blutkörperchen kann einer Blutverklumpung (Thrombose) vorgebeugt werden. Bestehende Blutklümpchen können sich auflösen.
• Die Egelbehandlung hat eine schmerzlindernde Wirkung. Klinische Studien zeigen eine grosse Erfolgsquote bei Arthrose.
• Blutegel können den Körper entwässern und entgiften.
• Jede Egelbehandlung ist ein kleiner Blutverlust, der vom Körper mit einer angeregten Neubildung von Blut beantwortet wird.
Diese Neubildung ist ein sehr gutes Training für das Knochenmark.
Weitere Indikationen für eine Blutegeltherapie sind:
• Allgemeiner Gelenkverschleiss
• Spondylose
• Arthritis/Gicht
• Weichteilrheuma
• Thrombosen
• Entzündungen
• Blutohr
• Narbenbehandlung
• Lymphstau
• Meniskusbeschwerden
• Leckekzeme
Hinweis zur Blutegeltherapie im Zusammenhang mit Impfungen:
Ca. 3 Wochen vor und nach einer Impfung sollte keine Blutegeltherapie durchgeführt werden. Bei Impfungen kann es zu Nachwirkungen und Komplikationen kommen. Eine Impfung beansprucht das Immunsystem stark, ebenso die Blutegelbehandlung. Wenn beides zusammentrifft, kann es zu starken Reaktionen und Nachwirkungen kommen.